Frei zugängliches, öffentliches Laden soll mit neuer Verordnung vereinfacht und ausgeweitet werden

Künftig soll es möglich werden, das eigene Elektroauto oder den Hybriden ohne vertragliche Bindung an Ladestationen aufladen zu können: am 12. Mai diesen Jahres wurde vom Bundesrat für die Änderung der Ladesäulenverordnung (LSV) gestimmt, welche die europäische Vorgabe umsetzen soll, kommunen- und länderübergreifend die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu fördern. Daraus resultierend soll ein neues Gemeinschaftsunternehmen die öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in mehreren Mitgliedstaaten sowohl aufbauen als auch betreiben. Entlang großer Verkehrsachsen in Europa sollen zu Beginn 400 Schnellladestationen platziert werden, bis 2020 soll die Anzahl der Ladesäulen auf mehrere Tausend vergrößert werden. Damit E-Batterien innerhalb weniger Minuten um 80% aufgeladen werden können, sollen die Ladestationen deutscher Autobauer für CCS-Stecker (Combined Charging System) kompatibel sein und eine Ladeleistung von 350 kW unterstützen. Parallel zu diesem Projekt besteht bereits das Vorhaben des Bundesverkehrsministeriums, an deutschen Autobahn Raststätten 400 Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge zu installieren.

Die geänderte LSV sieht zudem vor, das Aufladen an öffentlichen Ladesäulen ohne vorherigen Vertrag mit einem Betreiber zu ermöglichen- denn ein Elektrofahrzeugnutzer ist derzeit gezwungen, mehrere Verträge abzuschließen, um jegliche in Deutschland vorhandene Ladesäule nutzen zu können. Die Änderung der LSV plant auch, Mindeststandards an Bezahlungsmöglichkeiten zu schaffen: Webbasierte Zahlung mit Ladekarte oder Smartphone, Barzahlung, oder kostenfreie Ladesäulennutzung. Der Zahlungsverkehr soll mittels Kreditkarten und Internetdienstleistern wie Paydirect, Giropay, Paypal oder per Sofortüberweisung stattfinden.

Bisher bieten Supermärkte vereinzelt kostenlose Lademöglichkeiten vor Ihren Geschäften an, auch Autohersteller wie Nissan oder Tesla stellen ihren Kunden kostenlose Ladestationen zur Verfügung. Mehrere Kommunen und Stadtwerke haben bereits multifunktionale Straßenbeleuchtungen aufgestellt, die sowohl für die Ladetechnik von Elektrofahrzeugen, als auch für WLAN oder die Notruffunktion genutzt werden können. Trotzdem ist für die Nutzung einer öffentlichen Ladestation oftmals ein Festvertrag mit dem jeweiligen Betreiber vonnöten; zukünftig sollen Nutzer von Elektrofahrzeugen aber die Möglichkeit erhalten, sich mithilfe einer kostenfreien App oder mittels Scannen eines QR-Codes an jeder Ladesäule anzumelden und diese auch direkt nutzen zu können. Des Weiteren soll in Zukunft vermieden werden, dass Ladesäuleninhaber die Stromabgabe für Elektrofahrzeugnutzer blockieren, die keinen Abnahmevertrag mit ihnen vereinbart haben. Stefan Karpferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung bestätigte: „dieser kundenfreundliche Zugang vereinfacht die Abrechnung für den einzelnen Ladevorgang und ist für die Akzeptanz bei den Fahrern enorm wichtig“.

Die geänderte LSV soll nach der Ressortabstimmung im Anschluss an die Länder- und Verbändeanhörung im kommenden Januar gültig werden.